#MOBILITÄTSMEINUNGEN

pfeil.JPG In unregelmäßigen Abständen soll es an dieser Stelle immer wieder Beobachtungen und Meinungen zur Mobilität in Osnabrück geben. Heute berichten wir über ein scheinbar konzentriert in Osnabrück auftretendes Phänomen. Der Autor dieser Worte ist multimodal viel in Deutschland unterwegs und kommt aus Osnabrück. Dennoch fällt ihm etwas sehr stark auf – und ja: Auch er fährt hin und wieder alleine im Auto zu einem Termin.

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Schauen Sie sich um, was sehen Sie? Ich wette mit Ihnen, dass Sie Straßen sehen. Vielleicht stehen Sie gerade auf einem Gehweg. Finden Sie es nicht merkwürdig, dass dem Menschen in seiner natürlichen Fortbewegung diese 2 Meter eingeräumt werden, dem motorisierten Verkehr allerdings ein Mehrfaches davon? Zumeist sitzt in jedem Auto dann noch genau eine Person. Und regt sich über die fahrenden Personen in den angrenzenden Pkws auf. Mit großer Wahrscheinlichkeit stehen diese Personen gerade im Osnabrücker Stau. Ich sage Osnabrücker Stau, denn was der Osnabrücker als Stau bezeichnet, über das wird im Ruhrgebiet, Hamburg, München oder Berlin nur müde gelächelt.

Nun mögen Sie sagen, ja, da leben ja auch viel mehr Menschen. Dem kann und will man nicht widersprechen. Allerdings ist in diesen Regionen proportional gesehen auch mehr Verkehrsraum, auf den sich diese Menschen verteilen, so dass der Vergleich ganz gut auskommt. Mir scheint es, dass gerade der Osnabrücker das Prinzip „my car is my castle“ (deutsch: Mein Auto ist meine Festung) verinnerlicht hat und nun gerade ihm und nur ihm das Recht gehören müsste, möglichst ohne anzuhalten von A nach B zu kommen. Leider haben mehrere Tausend andere denselben Wunsch. In keiner anderen Stadt habe ich es erlebt, dass eine solche Anzahl an Ich-AGs auf den Straßen fährt.

Ein weiteres von mir beobachtetes Phänomen in Osnabrück: Jede Kreuzung wird konsequent zugefahren. Man will ja nicht noch eine Ampelphase stehen und zwei Minuten länger warten. Das Problem ist: Eine zugefahrene Kreuzung ist für die anderen blockiert und das Abfließen der Fahrzeuge dauert länger, da eine Vielzahl der Pkws schon die Ampelphase an der nächsten Kreuzung nicht schafft, da diese ebenfalls blockiert ist. Rückstaus sind die Folge. Gut in dieses Bild passt die fortwährende Forderung nach besser abgestimmten Ampelphasen. Aber natürlich nur auf der Strecke, die man selbst täglich fährt. Das Stadtverkehr ein System ist und ineinandergreifen muss, wissen viele, blenden es aber immer wieder aus. Man kann eine noch so gut abgestimmte Ampelsteuerung haben, wo Autos stehen, kann nicht gefahren werden.

Nutzen Sie gerne weiterhin ihren Pkw, aber warum nehmen Sie nicht einfach z.B. auf dem Weg zur Arbeit noch 2 Kollegen mit? Das wären zwei Fahrzeuge weniger, die die Straße blockieren und Sie können die Fahrzeit für ein entspannendes Gespräch nutzen. Oder zusammen über den Stau stöhnen, während Sie bitte vor der Kreuzung warten. Glauben Sie mir: Wenn alle Rücksicht nehmen und ihr Mobilitätsverhalten anpassen, kommen alle schneller ans Ziel.

Achja, sollten Sie nach einiger Zeit Gefallen an Fahrgemeinschaften gefunden haben, nutzen Sie doch den Bus, das ist zumindest in Osnabrück die größte Fahrgemeinschaft, die ich kenne. Aber dazu beim nächsten Mal mehr.

pfeil.JPG Sie haben eine andere Meinung? Dann zögern Sie nicht uns diese in den Kommentaren zu sagen!

Categories: #MOBILEZUKUNFT

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