#MOBILITÄTSMEINUNGEN

pfeil.JPG In unregelmäßigen Abständen soll es an dieser Stelle immer wieder Beobachtungen und Meinungen zur Mobilität in Osnabrück geben. Heute macht sich unser junger Kollege Gedanken über komplementäre Stadtentwicklung.

Eine Stadt oder Kommune muss immer als Gesamtsystem betrachtet werden, denn jeder einzelne Baustein ist systemrelevant. Leider ist die moderne Stadtplanung immer noch sehr von der funktionalen Trennung bestimmt, die sich durch die Charta von Athen von 1933 ergab. Der klassische Urbanismus wurde durch separate Quartiere für Wohnen, Gewerbe, Industrie, Freizeit, etc. ersetzt. Eine Folge war übrigens, dass man seit dem Autoboom auf das Auto als verbindendes Element zwischen diesen getrennten Funktionen setzte. Dies führte uns zur autogerechten Stadtplanung. Gleichsam dieser Trennung erlebe ich auch die Trennung während meiner Arbeit. Hier sind die eigentlich zusammen zu betrachtenden Aspekte voneinander getrennt. Es gibt die Bauleitplanung, es gibt die Verkehrsplanung, es gibt Geodaten und Verkehrsanlagen. Ganz zu schweigen davon, dass der regionale ÖPNV Anbieter eine Tochtergesellschaft ist. Wirtschaftlich mag das Sinn machen, aus planerischer Sicht halte ich davon nicht viel. Daher bin ich umso glücklicher im Projekt MOBIL>E ZUKUNFT tätig zu sein. Hier arbeiten wir mit den Stadtwerken Hand in Hand und können Aufgaben und Herausforderungen schon von Anfang an sinnvoll komplementär denken.

Ich bin der Überzeugung, dass nur eine komplementäre Planung auf die (Lebens-) Qualität einer Stadt einzahlt. Ein Bauvorhaben bedingt je nach Größe Verkehr und Anbindung an den ÖPNV sowie Ver- und Entsorgung, etc. Dies wiederum hat Einfluss auf das Quartier, den Stadtteil und die Stadt. Warum also nicht alte Strukturmuster innerhalb der Verwaltung aufbrechen? Anstatt sich von Zeit zu Zeit abzustimmen, warum nicht gleich ein Projektteam aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zu einem Projekt formen? So kommt viel Fachwissen einem Projekt zu Gute und jedes wird gesamtsystemisch betrachtet. Bewiesenermaßen erreicht man so ein besseres Gesamtergebnis. Auf der anderen Seite verlangt dies natürlich ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Kommunikationsfähigkeit und zielgerichteter Arbeitsweise. Sowie dem Vertrauen der Vorgesetzten in ihre Mitarbeiter. Denn auch diese müssen eigenständig Entscheidungen treffen können.

Es darf kein: „Haben wir noch nie so gemacht, machen wir nicht.“ mehr geben. Die Zukunft einer lebenswerten  und nachhaltigen Stadt steht heute, wo wir uns vor großen Veränderungen in Gesellschaft, Verkehr, Digitalisierung und Infrastruktur befinden, mehr denn je auf dem Spiel.

pfeil.JPG Hat unser Kollege recht? Muss sich die Verwaltung der Modernisierung stellen? Geben Sie ihre Antwort in den Kommentaren!

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